3 risikomanagement

3.1 finanzielles risikomanagement

Bedingt durch die weltweiten Aktivitäten ist die Orell Füssli Gruppe verschiedenen finanziellen Risiken wie Währungsrisiken, Zinsrisiken, Kreditrisiken und Liquiditätsrisiken ausgesetzt.

Nebst dem allgemeinen Risikomanagement ist das finanzielle Risikomanagement der Orell Füssli Gruppe auf die Unvorhersehbarkeit der Entwicklungen in den Finanzmärkten ausgerichtet und dient dazu, potenziell negative Auswirkungen auf das finanzielle Ergebnis auf ein Minimum zu reduzieren. Dies kann vereinzelt die Nutzung von derivativen Finanzinstrumenten zur ökonomischen Absicherung finanzieller Risiken mit einschliessen.

3.2 währungsrisiken

Die Orell Füssli Gruppe geht keine Geschäftstätigkeiten in Drittwährungen ein, die eine überdurchschnittliche Volatilität aufweisen oder anderweitig als besonders risikoreich eingestuft werden müssen. Bei wesentlichen Aufträgen mit einer Laufzeit von über drei Monaten werden Risiken aus Währungsschwankungen von der Finanzabteilung geprüft und bei Bedarf mit Finanzinstrumenten abgesichert.

3.3 zinsrisiken

Die Orell Füssli Gruppe verfügt über keine wesentlichen verzinslichen Vermögenswerte, daher bleiben sowohl Erträge als auch operativer Cash Flow von Änderungen des Marktzinssatzes weitgehend unbeeinflusst.

Langfristig verzinsliche Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung setzen den Konzern einem Cash-Flow-Zinsrisiko aus, während Verbindlichkeiten mit fester Verzinsung ein Fair-Value-Zinsrisiko darstellen.

Das Management setzt sich zum Ziel, den Fremdfinanzierungsteil zu etwa 80% mit festverzinslichen Instrumenten abzudecken. Grundsätzlich werden keine Zinsabsicherungsgeschäfte getätigt.

Per 31. Dezember 2011 hat die Orell Füssli Gruppe keine wesentlichen Fremdfinanzierungen aufzuweisen.

3.4 kreditrisiken

Kreditrisiken können auf flüssigen Mitteln, auf Guthaben bei Finanzinstituten sowie auf Kundenforderungen bestehen. Allfällige Risiken werden minimiert, indem nicht ein einzelnes Bankinstitut, sondern verschiedene Finanzdienstleister berücksichtigt werden.

Aufgrund der unterschiedlichen Kundenstruktur in den Geschäftsbereichen gelten keine allgemein gültigen Kreditlimiten über den Konzern hinweg, die Bonität der Kunden wird jedoch systematisch nach Geschäftsbereich überprüft. Dabei werden die finanzielle Situation, die bisherige Erfahrung und/oder andere Faktoren mit berücksichtigt. Wesentliche Geschäftsaktivitäten im internationalen Umfeld werden in der Regel mit Bankgarantien oder Letters of Credit abgesichert.

Das Management erwartet keine wesentlichen Verluste aus Forderungsbeständen.

3.5 liquiditätsrisiken

Die Orell Füssli Gruppe überwacht das Liquiditätsrisiko durch ein vorsichtiges Liquiditätsmanagement und verfolgt dabei den Grundsatz, eine Liquiditätsreserve zur Verfügung zu stellen, die über dem täglichen und monatlichen Bedarf an betrieblichen Mitteln liegt. Dies schliesst das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln, die Möglichkeit zur Finanzierung durch einen adäquaten Betrag aus zugesagten Kreditlimiten und die Fähigkeit zur Emission am Markt mit ein. Zu diesem Zweck wird eine rollende Liquiditätsplanung auf Basis der erwarteten Geldflüsse vorgenommen und regelmässig aktualisiert. Dabei gilt zu beachten, dass verschiedene Bereiche aufgrund der Saisonalität traditionellerweise am Jahresende über höhere Liquiditätsreserven verfügen, die im Folgequartal wieder abgebaut werden. In der Regel liegen die durchschnittlichen Liquiditätsreserven deutlich tiefer als der Bestand zum Jahresende.

Zum Bilanzstichtag präsentiert sich die Situation der verfügbaren Liquidität wie folgt:

liquiditätsreserven und kreditlimiten
in CHF 1000 per 31. Dezember
2011 2010
Liquiditätsreserven
20 656 29 792
Zugesagte Kreditlimiten
72 299 73 031
./. Mietzinsgarantien
–3 365 –3 730
./. Beanspruchte Kreditlimiten
–11 636 –6 887
Total Liquiditätsreserven plus ungenutzte Kreditlimiten
77 954 92 206

Zusammen mit den zugesagten Kreditlimiten in unveränderter Grössenordnung in Lokalwährung sollten die Mittel für die ordentliche Unternehmenstätigkeit auch künftig in ausreichendem Masse vorhanden sein.

Sollte für grössere Investitionen in Anlagevermögen und Ausgaben für künftige Akquisitionen zusätzlicher Liquiditätsbedarf bestehen, wird eine Anpassung der Kreditlimiten in Betracht gezogen.

3.6 kapitalrisiko

Bei der Bewirtschaftung des Kapitals achtet die Orell Füssli Gruppe insbesondere darauf, dass die Weiterführung der operativen Tätigkeit des Konzerns gewährleistet ist und die Bilanzstruktur unter Berücksichtigung der Kapitalkosten optimiert werden kann.

Die Orell Füssli Gruppe überwacht die Kapitalstruktur auf Basis des Nettoverschuldungsgrades. Dabei wird die Nettoverschuldung am Gesamtkapital gemessen und in Prozenten ausgedrückt. Die Nettoverschuldung berechnet sich aus der Summe des verzinslichen Fremdkapitals, der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den Kundenvorauszahlungen und den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sowie abzüglich der flüssigen Mittel. Das Gesamtkapital berechnet sich aus dem in der konsolidierten Bilanz ausgewiesenen Eigenkapital zuzüglich der Nettoverschuldung.

Der Nettoverschuldungsgrad stellt sich an den Stichtagen wie folgt dar:

nettoverschuldungsgrad
in CHF 1000 per 31. Dezember
2011 2010
Finanzverbindlichkeiten
12 516 8 295
+ Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
22 082 22 538
+ Vorauszahlungen von Kunden
41 021 26 204
+ Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
5 806 6 771
./. Flüssige Mittel
–19 986 –29 594
Nettoverschuldung
61 439 34 214
Eigenkapital
171 881 179 136
Gesamtkapital
233 320 213 350
Nettoverschuldungsgrad
26% 16%