Inhalt
3 risikomanagement3.1 finanzielles risikomanagement
3.2 währungsrisiken
3.3 zinsrisiken
3.4 kreditrisiken
3.5 liquiditätsrisiken
3.6 kapitalrisiko

3 risikomanagement

3.1 finanzielles risikomanagement
Bedingt durch die weltweiten Aktivitäten ist die Orell Füssli Gruppe verschiedenen finanziellen Risiken wie Währungsrisiken, Zinsrisiken, Kreditrisiken und Liquiditätsrisiken ausgesetzt.
Nebst dem allgemeinen Risikomanagement ist das finanzielle Risikomanagement der Orell Füssli Gruppe auf die Unvorhersehbarkeit der Entwicklungen in den Finanzmärkten ausgerichtet und dient dazu, potenziell negative Auswirkungen auf das finanzielle Ergebnis auf ein Minimum zu reduzieren. Dies kann vereinzelt die Nutzung von derivativen Finanzinstrumenten zur ökonomischen Absicherung finanzieller Risiken mit einschliessen, ohne ein eigentliches Hedge Accounting im Sinne von IAS 39 zu betreiben.

3.2 währungsrisiken
Die Orell Füssli Gruppe geht keine Geschäftstätigkeiten in Drittwährungen ein, die eine überdurchschnittliche Volatilität aufweisen oder anderweitig als besonders risikoreich eingestuft werden müssen. Bei wesentlichen Aufträgen mit einer Laufzeit von über drei Monaten werden Risiken aus Währungsschwankungen von der Finanzabteilung geprüft und bei Bedarf mit derivativen Finanzinstrumenten abgesichert.
Die Orell Füssli Gruppe ist in erster Linie dem Währungsrisiko in Bezug auf den Euro ausgesetzt. Im Geschäftsjahr 2009 hat sich der Wechselkurs zwischen Euro und Schweizer Franken recht stabil gehalten, allerdings auf vergleichsweise tiefem Niveau, nachdem sich der Euro im Vorjahr deutlich abgeschwächt hatte. Auch wenn die Schwankungen 2009 geringer ausgefallen sind, legt die Orell Füssli Gruppe für die Sensitivitätsanalyse eine Währungsabweichung von unverändert 15% fest. Die Annahme basiert auf den Erfahrungen aus dem Vorjahr 2008, als der Euro gegenüber dem Schweizer Franken im Jahresvergleich um über 10% an Wert verlor, mit einer unterjährigen Maximalabweichung von rund 14%.
Unter der Annahme, dass der Euro gegenüber dem Schweizer Franken per 31. Dezember 2009 um 15% schwächer notiert hätte und sich alle übrigen Parameter unverändert verhalten hätten, wäre der Gewinn nach Steuern um TCHF 3603 tiefer ausgefallen (2008: TCHF 2824). Im umgekehrten Fall hätte sich der Gewinn in gleichem Umfang erhöht. Das Eigenkapital hätte sich nicht verändert. Hauptgründe für die Gewinnveränderungen wären Wechselkursverluste/-gewinne bei den Forderungen, im Anlagevermögen, bei den Kreditoren und den übrigen Verbindlichkeiten. Dass der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr sensibler auf die Wechselkursbewegungen reagiert, ist darauf zurückzuführen, dass sich das Verhältnis von Euro-Anteilen im Bereich Aktivforderungen im Vergleich zum Vorjahr verringert hat, ohne dass die Verbindlichkeiten wesentlichen Verschiebungen unterlagen.

3.3 zinsrisiken
Die Orell Füssli Gruppe verfügt nicht über wesentliche verzinsliche Vermögenswerte, daher bleiben sowohl Erträge als auch operativer Cash Flow von Änderungen des Marktzinssatzes weitgehend unbeeinflusst.
Langfristig verzinsliche Verbindlichkeiten mit variabler Verzinsung setzen den Konzern einem Cash-Flow-Zinsrisiko aus, während Verbindlichkeiten mit fester Verzinsung ein Fair-Value-Zinsrisiko darstellen.
Das Management setzt sich zum Ziel, den Fremdfinanzierungsteil zu etwa 80% mit festverzinslichen Instrumenten abzudecken. Grundsätzlich werden keine Zinsabsicherungsgeschäfte getätigt.
Per 31. Dezember 2009 hat die Orell Füssli Gruppe keine wesentlichen Fremdfinanzierungen aufzuweisen. Aus diesem Grund wird auf eine Sensitivitätsanalyse des Zinsrisikos verzichtet.

3.4 kreditrisiken
Kreditrisiken können auf flüssigen Mitteln, auf Guthaben bei Finanzinstituten sowie auf Kundenforderungen bestehen. Finanzinstitute müssen ein unabhängiges, minimales Rating von «A» aufweisen, um mit der Orell Füssli Gruppe Bankbeziehungen pflegen zu können. Ausserdem werden allfällige Risiken auf flüssigen Mitteln weiter minimiert, indem nicht ein einzelnes Bankinstitut, sondern verschiedene Finanzdienstleister berücksichtigt werden.
Aufgrund der unterschiedlichen Kundenstruktur in den Geschäftsbereichen gelten keine allgemein gültigen Kreditlimiten über den Konzern hinweg, die Bonität der Kunden wird jedoch systematisch nach Geschäftsbereich überprüft. Dabei werden die finanzielle Situation, die bisherige Erfahrung und/oder andere Faktoren mit berücksichtigt. Wesentliche Geschäftsaktivitäten im internationalen Umfeld werden in der Regel mit Bankgarantien oder Letters of Credit abgesichert.
Das Management erwartet keine wesentlichen Verluste aus Forderungsbeständen.

3.5 liquiditätsrisiken
Die Orell Füssli Gruppe überwacht das Liquiditätsrisiko durch ein vorsichtiges Liquiditätsmanagement und verfolgt dabei den Grundsatz, eine Liquiditätsreserve zur Verfügung zu stellen, die über dem täglichen und monatlichen Bedarf an betrieblichen Mitteln liegt. Dies schliesst das Halten einer ausreichenden Reserve an flüssigen Mitteln, die Möglichkeit zur Finanzierung durch einen adäquaten Betrag aus zugesagten Kreditlimiten und die Fähigkeit zur Emission am Markt mit ein. Zu diesem Zweck wird eine rollende Liquiditätsplanung auf Basis der erwarteten Geldflüsse vorgenommen und regelmässig aktualisiert. Dabei gilt zu beachten, dass verschiedene Bereiche aufgrund der Saisonalität traditionellerweise am Jahresende über höhere Liquiditätsreserven verfügen, die im Folgequartal wieder abgebaut werden. In der Regel liegen die durchschnittlichen Liquiditätsreserven deutlich tiefer als der Bestand zum Jahresende.
Zum Bilanzstichtag präsentiert sich die Situation der verfügbaren Liquidität wie folgt:
liquiditätsreserven und kreditlimiten
in CHF 1000 per 31. Dezember | 2009 | 2008 | |||
Liquiditätsreserven | 27 023 | 35 868 | |||
Zugesagte Kreditlimiten | 79 511 | 78 024 | |||
./. Mietzinsgarantien | –3 644 | –3 617 | |||
./. Beanspruchte Kreditlimiten | –11 384 | –7 169 | |||
Total Liquiditätsreserven plus ungenutzte Kreditlimiten | 91 506 | 103 106 | |||
Zusammen mit den zugesagten Kreditlimiten in unveränderter Grössenordnung in Lokalwährung sollten die Mittel für die ordentliche Unternehmenstätigkeit auch künftig in ausreichendem Masse vorhanden sein.
Davon ausgenommen sind grössere Investitionen in Anlagevermögen und Ausgaben für künftige Akquisitionen. In solchen Fällen wird eine Anpassung der Kreditlimiten in Betracht gezogen. Ausserdem besteht die Möglichkeit zur Emission am Markt; zum Bilanzstichtag beläuft sich das von der Generalversammlung genehmigte Kapital auf den Gegenwert von 400 000 Aktien.

3.6 kapitalrisiko
Bei der Bewirtschaftung des Kapitals achtet die Orell Füssli Gruppe insbesondere darauf, dass die Weiterführung der operativen Tätigkeit des Konzerns gewährleistet ist, eine angemessene Rendite für die Aktionäre erzielt und die Bilanzstruktur unter Berücksichtigung der Kapitalkosten optimiert werden kann. Um diese Ziele zu erreichen, kann die Orell Füssli Gruppe die Dividendenauszahlung anpassen, Kapital an die Aktionäre zurückzahlen, neue Aktien ausgeben oder Vermögenswerte veräussern mit dem Zweck, Schulden abzubauen.
Die Orell Füssli Gruppe überwacht die Kapitalstruktur auf Basis des Nettoverschuldungsgrades. Dabei wird die Nettoverschuldung am Gesamtkapital gemessen und in Prozenten ausgedrückt. Die Nettoverschuldung berechnet sich aus der Summe des verzinslichen Fremdkapitals, der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, den Kundenvorauszahlungen und den übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten sowie abzüglich der flüssigen Mittel. Das Gesamtkapital berechnet sich aus dem in der konsolidierten Bilanz ausgewiesenen Eigenkapital zuzüglich der Nettoverschuldung.
Für das Geschäftsjahr 2009 rechnete die Orell Füssli Gruppe ursprünglich mit einer Erhöhung des Nettoverschuldungsgrads, um die budgetierten Investitions- und Umbaukosten im Bereich Sicherheitsdruck finanzieren zu können. Mit dem Verkauf der Gruppe Orell Füssli Wirtschaftsinformationen im Vorjahr wurden diese Mehrausgaben aber weitgehend kompensiert, so dass der Nettoverschuldungsgrad zum Jahresende stabil gehalten werden konnte. Der Nettoverschuldungsgrad stellt sich an den Stichtagen wie folgt dar:
nettoverschuldungsgrad
in CHF 1000 per 31. Dezember | 2009 | 2008 | |||
Finanzverbindlichkeiten | 13 976 | 9 434 | |||
+ Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 30 711 | 31 606 | |||
+ Kundenvorauszahlungen | 50 062 | 58 723 | |||
+ Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten | 7 625 | 8 841 | |||
./. Flüssige Mittel | –26 936 | –34 867 | |||
Nettoverschuldung | 75 438 | 73 737 | |||
Eigenkapital | 188 244 | 186 419 | |||
Gesamtkapital | 263 682 | 260 156 | |||
Nettoverschuldungsgrad | 29% | 28% | |||